Gasanbieter: welche es gibt und wie Du den richtigen findest
Inhalt dieser Seite
- Die vier Arten von Gasanbietern
- Bekannte Gasanbieter in Deutschland
- Welche Gasanbieter bei Dir liefern
- Woran Du einen günstigen Gasanbieter erkennst
- Seriöse Gasanbieter erkennen
- Warum Neukunden weniger zahlen
- Was ein Wechsel des Gasanbieters bringt
- Regionaler oder überregionaler Gasanbieter?
- Ökogas und Biogas bei den Gasanbietern
- Häufige Fragen zu Gasanbietern
- Gasanbieter vergleichen: so gehst Du vor
- Gasanbieter für besondere Fälle
- Was ein Wechsel im Alltag ändert
- Wenn der Gasanbieter die Preise erhöht
In Deutschland gibt es mehr als 850 Gasanbieter mit über 8.000 Gastarifen und entsprechend unterschiedlichen Gaspreisen. In Deinem Netzgebiet liefern davon je nach Region 70 bis 150 Anbieter. Wer daraus wählen soll, sieht sich einer Auswahl gegenüber, die gut für den Preis und schwer zu überblicken ist. Alternativen gibt es also genug.
Diese Seite ordnet den Markt: welche Arten von Gasanbietern es gibt, welche Namen Dir begegnen werden und woran Du einen günstigen und zugleich seriösen Anbieter erkennst. Wie der Wechsel praktisch abläuft, steht ausführlich auf der Seite Gasanbieter wechseln.
Die vier Arten von Gasanbietern
Der Markt sortiert sich in vier Gruppen, und sie unterscheiden sich vor allem im Preis.
Der Grundversorger ist der Anbieter, der in einem Netzgebiet die meisten Haushalte beliefert. Er wird alle drei Jahre neu bestimmt und ist gesetzlich verpflichtet, jeden aufzunehmen. Wer nie aktiv einen Vertrag abgeschlossen hat, wird von ihm beliefert. Sein Grundversorgungstarif ist praktisch überall der teuerste im Gebiet, weshalb sich ein Wechsel für Kunden dieser Gruppe am stärksten lohnt. Wir empfehlen ihn allen, die dort noch stecken.
Stadtwerke und regionale Versorger kennen ihre Kunden, haben oft ein Büro vor Ort und finanzieren kommunale Aufgaben mit. Häufig ist das Stadtwerk zugleich Grundversorger, führt daneben aber günstigen Sondertarife. Beim Preis liegen sie meist zwischen der Grundversorgung und den bundesweiten Gasanbietern.
Überregionale Gasanbieter liefern in fast jedem Netzgebiet. Sie arbeiten ohne Filialnetz, beschaffen Gas in großen Mengen und wickeln alles online ab. Die günstigen Gastarife stammen fast immer aus dieser Gruppe, und ein Wechsel dorthin bringt die größte Ersparnis.
Ökogas-Anbieter haben sich auf Tarife mit Biogasanteil oder klimaneutralem Gas spezialisiert. Der Aufschlag gegenüber konventionellen Angeboten liegt meist unter einem halben Cent je Kilowattstunde, sodass sich der Wechsel auch hier rechnet.
Bekannte Gasanbieter in Deutschland
Diese Namen wirst Du in fast jedem Vergleich sehen:
| Unternehmen | Art | Besonderheit |
|---|---|---|
| E.ON | überregional | liefert bundesweit, großes Tarifangebot |
| EWE | regional bis überregional | stark im Nordwesten |
| Vattenfall | überregional | häufig mit Neukundenbonus |
| eprimo | überregional | Discounter, oft in den vorderen Rängen |
| E WIE EINFACH | überregional | Tochter von E.ON, schlanke Tarife |
| enercity | regional bis überregional | Stadtwerke Hannover |
| Yello | überregional | bekannt aus dem Strommarkt |
| GASAG | regional | Grundversorger in Berlin |
| Mainova | regional | Grundversorger in Frankfurt |
| Stadtwerke München | regional | Grundversorger in München |
Ein bekannter Name ist allerdings keine Garantie für einen günstigen Preis. Große Gasanbieter führen sowohl sehr günstige Neukundentarife als auch teure Bestandskundentarife. Umgekehrt ist ein unbekannter Anbieter kein Warnsignal, solange die Konditionen stimmen.
Welche Gasanbieter bei Dir liefern
Das entscheidet die Postleitzahl. Sie bestimmt das Netzgebiet, und nur wer dort eingespeist hat, kann Dich mit Gas beliefern. In einer Großstadt stehen oft 120 und mehr Gasanbieter zur Auswahl, in ländlichen Gebieten manchmal nur 70.
Auch die aktuellen Preise unterscheiden sich regional, weil die Netzentgelte je Netzgebiet festgelegt werden und rund ein Viertel des Gaspreises ausmachen. Ein Anbieter, der in Hamburg den besten Preis macht, kann in München im Mittelfeld landen.
Ein bundesweites Ranking der günstigsten Anbieter gibt es deshalb nicht. Verlässlich ist allein das Ergebnis für Deine Adresse: Es zeigt alle Gasanbieter, die tatsächlich Gas liefern, und rechnet die Gastarife auf Deinen Verbrauch in kWh um.
Woran Du einen günstigen Gasanbieter erkennst
Der niedrigste Preis in der Liste ist nicht automatisch das günstigste Angebot auf Dauer. Diese sechs Punkte entscheiden darüber, ob ein günstiger Gasanbieter das auch bleibt.
Am wichtigsten ist die Preisgarantie. Sie sollte mindestens zwölf Monate laufen und neben den Beschaffungskosten auch die Netzentgelte abdecken. Bei Gas liegen bis zu 70 Prozent des Preises außerhalb einer eingeschränkten Garantie, die damit wenig wert ist. Wer sichergehen will, sollte hier genau lesen.
Bei der Vertragslaufzeit gilt: höchstens zwölf Monate, damit Du beweglich bleibst und jedes Jahr neu vergleichen kannst. Die Kündigungsfrist sollte maximal einen Monat zum Laufzeitende betragen, eine längere Kündigungsfrist ist ein Nachteil. Wer diesen Termin verpasst, landet automatisch im teureren Folgetarif und muss ein weiteres Jahr warten.
Einen Bonus solltest Du für das zweite Jahr herausrechnen. Ein Angebot mit hohem Bonus und hohem Arbeitspreis ist über 24 Monate oft teurer als ein bonusfreies mit niedrigem Preis je kWh. Wer einen Bonustarif wählen will, muss den nächsten Wechsel fest einplanen.
Meiden solltest Du Tarife mit Vorkasse oder Kaution: Dein Geld gehört nicht zum Anbieter, und bei einer Insolvenz wäre es im schlimmsten Fall verloren. Dasselbe gilt für Pakettarife, bei denen Du eine feste Gasmenge im Voraus kaufst. Diese Wette geht selten auf, weil der Verbrauch mit dem Wetter schwankt.
Wer diese Punkte als Filter setzt, bekommt eine kürzere, aber deutlich belastbarere Liste. Alternativen mit schlechteren Bedingungen fallen automatisch heraus, und Du kannst in Ruhe wählen. Der Unterschied zum absolut billigsten Angebot beträgt meist 30 bis 50 Euro, und dafür bekommst Du einen Vertrag, der hält.
Seriöse Gasanbieter erkennen
Nach den Insolvenzen der Jahre 2021 und 2022 fragen sich viele Verbraucher, wie sicher ein unbekannter Gasanbieter ist. Drei Merkmale helfen bei der Einschätzung.
Wie lange ist das Unternehmen am Markt? Wer mehr als fünf Jahre dabei ist, hat mindestens eine Preiskrise überstanden. Gibt es einen erreichbaren Kundenservice mit fester Rufnummer im Impressum? Und wie schnell kommt die Jahresabrechnung? Bewertungsportale und die Tests der Stiftung Warentest geben dazu Hinweise.
Ein Warnsignal sind Anbieter, die ausschließlich über sehr hohe Boni auffallen und im laufenden Betrieb weit über dem Marktdurchschnitt liegen. Ebenso Angebote mit Vorkasse, langer Bindung und gleichzeitig schwacher Preisgarantie.
Wichtig zur Beruhigung: Selbst wenn ein Anbieter ausfällt, stehst Du nicht ohne Gas da. Der örtliche Grundversorger ist gesetzlich verpflichtet, die Belieferung sofort zu übernehmen. Diese Sicherheit gilt für jeden Haushalt und ist unabhängig davon, bei welchem Versorger Du Kunde bist.
Warum Neukunden weniger zahlen
Gasanbieter gewinnen Kunden über den Preis. Deshalb sind die Tarife für Neukunden systematisch günstiger als das, was Bestandskunden zahlen. Der Abstand liegt aktuell bei rund 1,7 Cent je kWh, bei 20.000 kWh also bei etwa 340 Euro Kosten im Jahr.
Für Dich folgt daraus eine einfache Regel: Der Preisvorteil ist kein einmaliger Effekt, sondern er fällt jedes Mal neu an. Wer einmal wechselt und dann jahrelang nichts tut, rutscht nach Ablauf der Preisgarantie zurück in den teureren Bestandskundentarif.
Einmal jährlich vergleichen genügt, um das zu verhindern. Setz Dir eine Erinnerung zwei Monate vor Ende der Vertragslaufzeit.
Was ein Wechsel des Gasanbieters bringt
Bei 20.000 Kilowattstunden liegen zwischen der Grundversorgung und den günstigen Gastarifen häufig 500 bis 700 Euro Unterschied. Bei einer Wohnung mit 9.500 kWh sind es meist 240 bis 350 Euro pro Jahr.
Ein Wechsel kostet nichts. Du wählst einen Tarif, der neue Gasanbieter übernimmt die Kündigung des alten Vertrags und meldet die Belieferung beim Netzbetreiber an. Je nach Kündigungsfrist beginnt die Lieferung nach zwei bis sechs Wochen, und Du liest einmal den Zählerstand ab.
Physikalisch ändert sich dabei nichts. Das Gas kommt weiter durch dieselbe Leitung, abgelesen wird derselbe Zähler, und für Störungen bleibt derselbe Netzbetreiber zuständig. Es wechselt nur, wer Dir das Gas verkauft und abrechnet.
Regionaler oder überregionaler Gasanbieter?
Beim Preis gewinnen fast immer die bundesweiten Anbieter, weil sie ohne Filialnetz kalkulieren und in größeren Mengen beschaffen. Der Abstand zum örtlichen Versorger beträgt oft mehrere hundert Euro an Kosten.
Für regionale Versorger sprechen andere Argumente. Der Kundenservice ist häufig besser erreichbar, teilweise mit einem Büro in der Stadt. Das Geld bleibt in der Region. Und viele regionale Anbieter führen Ökogastarife mit Biogas aus Anlagen in der Nähe, was sich leichter nachvollziehen lässt als ein abstraktes Zertifikat.
Wir empfehlen dieses Vorgehen: Prüfe im Vergleich zuerst, ob Dein regionaler Gasanbieter mit einem günstigen Sondertarif mithalten kann. Falls ja, spricht wenig gegen ihn. Falls nicht, entscheidest Du, was Dir die Nähe wert ist. Mehr dazu steht auf der Seite Stadtwerke oder alternativer Gasanbieter.
Ökogas und Biogas bei den Gasanbietern
Fast alle größeren Gasanbieter führen inzwischen mindestens einen Ökogastarif. Dahinter stehen zwei verschiedene Produkte.
Bei Biogas wird dem Erdgas ein Anteil aus erneuerbaren Quellen beigemischt, meist zwischen fünf und zwanzig Prozent pro Kilowattstunde. Bei klimaneutralem Erdgas bleibt das Gas konventionell, der CO2-Ausstoß wird über Klimaschutzprojekte ausgeglichen.
Der Aufschlag liegt bei den meisten Anbietern unter einem halben Cent pro Kilowattstunde, bei 20.000 kWh also unter 100 Euro. Weil der Preisunterschied so gering ist, lohnt der Blick auf den Anteil an Biogas mehr als der auf den Preis. Die Angabe steht im Datenblatt des Tarifs.
Häufige Fragen zu Gasanbietern
Wie viele Gasanbieter gibt es in Deutschland?
Bundesweit mehr als 850 mit über 8.000 Gastarifen. In Deinem Netzgebiet liefern davon je nach Region 70 bis 150. Welche das sind, zeigt der Vergleich für Deine Postleitzahl.
Wer ist der günstigste Gasanbieter?
Das lässt sich nicht bundesweit beantworten, weil die Netzentgelte regional unterschiedlich hoch sind. Ein Anbieter, der in Hamburg vorne liegt, kann in München im Mittelfeld landen. Maßgeblich ist das Ergebnis für Deine Postleitzahl und Deinen Verbrauch.
Wer ist mein Gasanbieter?
Er steht auf Deiner letzten Jahresabrechnung als Lieferant. Wer nie aktiv einen Vertrag abgeschlossen hat, wird in der Grundversorgung beliefert, in den meisten Städten also vom Stadtwerk.
Was passiert bei einer Insolvenz?
Die Grundversorgung übernimmt die Belieferung automatisch und lückenlos. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Ohne Gas stehst Du also nicht da, allerdings zahlst Du dann den teureren Grundversorgungstarif und solltest zügig einen neuen Tarif wählen.
Muss ich den alten Vertrag selbst kündigen?
Nein, das erledigt der Wechsel für Dich: Dein künftiger Gasanbieter kündigt fristgerecht. Selbst kündigen musst Du nur beim Umzug oder wenn Du wegen einer Preiserhöhung das Sonderkündigungsrecht nutzt.
Wie oft sollte ich den Gasanbieter wechseln?
Einmal jährlich prüfen genügt. Ob sich der Wechsel lohnt, hängt vom Abstand zum aktuellen Tarif ab. Liegt er unter 100 Euro, kannst Du bleiben. Darüber lohnt sich der Aufwand von wenigen Minuten fast immer.
Gasanbieter vergleichen: so gehst Du vor
Der Vergleich braucht pro Haushalt zwei Angaben: die Postleitzahl und den Jahresverbrauch in kWh. Beides steht auf der letzten Abrechnung. Ohne Abrechnung kannst Du mit etwa 160 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen.
Danach siehst Du alle Gasanbieter, die bei Dir Gas liefern, mit den Gaspreisen je kWh und den Kosten für ein volles Jahr. Setz die Filter für Laufzeit und Preisgarantie, bevor Du die Liste liest. Erst dann ist die Reihenfolge aussagekräftig.
Bei den ersten drei Treffern lohnt der Blick in die Details. Dort stehen die aktuellen Konditionen: wann ein Bonus fällig wird, was die Preisgarantie abdeckt und wie lang die Kündigungsfrist ist. Diese drei Angaben entscheiden, ob ein günstiger Tarif auch günstig bleibt.
Einen Tarif zu wählen ist danach einfach: anklicken, Formular ausfüllen, fertig. Den Rest übernimmt Dein künftiger Gasanbieter.
Gasanbieter für besondere Fälle
Nicht jeder Haushalt passt in das Standardschema, und für einige Fälle gelten eigene Regeln.
Wer in einer Wohnung mit Zentralheizung lebt, hat keinen eigenen Gasvertrag. Der Vermieter rechnet über die Nebenkosten ab und wählt den Anbieter. Ein eigener Vertrag ist nur mit eigenem Gaszähler möglich.
Wer gewerblich Gas bezieht, findet bei einem normalen Wechsel nur Haushaltstarife. Für Betriebe mit höherem Verbrauch gelten eigene Konditionen, oft mit individuellem Angebot statt Listenpreis. Mehr dazu steht auf der Seite Gewerbegas.
Wer gerade umzieht, sollte den Vergleich für die neue Adresse machen, nicht für die alte. Das Netzgebiet ändert sich, und damit auch die verfügbaren Gasanbieter und die aktuellen Gaspreise je kWh.
Was ein Wechsel im Alltag ändert
Nichts, außer der Rechnung. Das ist der Punkt, an dem die meisten Bedenken hängen, und er ist schnell erklärt.
Das Gas kommt aus demselben Netz, in derselben Qualität, über dieselbe Leitung. Der Netzbetreiber bleibt zuständig für Zähler, Wartung und Störungen, unabhängig davon, zu welchem Gasanbieter Du wechselst. Er lässt sich auch gar nicht wechseln, weil er am Wohnort hängt.
Du liest einmal den Zählerstand ab und meldest ihn. Danach kommt die Schlussrechnung des alten Vertrags, und nach dem Wechsel beginnen die vereinbarten Abschläge. Mehr passiert nicht.
Wenn der Gasanbieter die Preise erhöht
Eine Preiserhöhung ist der häufigste Anlass, den Gasanbieter zu wechseln, und sie gibt Dir ein besonders starkes Recht an die Hand. Kündigt Dein Anbieter eine Preiserhöhung an, greift das Sonderkündigungsrecht nach § 41 EnWG.
Du kannst den Vertrag dann ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu dem Tag beenden, an dem die höheren Gaspreise gelten sollen. Das gilt unabhängig von der vereinbarten Laufzeit und auch dann, wenn nur der Grundpreis steigt. Wichtig ist der Zeitpunkt: Das Recht erlischt, sobald die Preiserhöhung wirksam wird.
Der Anbieter muss Dich mindestens einen Monat vorher in Textform informieren und ausdrücklich auf das Sonderkündigungsrecht hinweisen. Fehlt dieser Hinweis, ist die Preiserhöhung nach der Rechtsprechung unwirksam.
Bei einer Sonderkündigung solltest Du ausnahmsweise selbst kündigen, statt die Kündigung dem neuen Anbieter zu überlassen. Hier kommt es auf wenige Tage an. Wie das geht, steht auf der Seite Sonderkündigungsrecht Gas.
Suche zuerst den günstigen Ersatz und kündige dann. Wer zum Stichtag ohne gültigen Vertrag dasteht, rutscht automatisch in die Grundversorgung, und die ist teurer als fast jedes andere Angebot in Deutschland.