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Günstigen Gastarif finden: Worauf es wirklich ankommt

Aktualisiert am 10 Min. Lesezeit
Illustration einer Lupe über gestapelten Tarifkarten mit Preisschild als Symbol für die Suche nach einem günstigen Gastarif
Inhalt dieser Seite
  1. Woraus sich ein Gastarif zusammensetzt
  2. Steuern, Abgaben und Umlagen im Gaspreis
  3. Die Preisgarantie: der wichtigste Punkt beim Vergleichen
  4. Bonus richtig bewerten und nicht nur aufs erste Jahr schauen
  5. Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist
  6. Welche Gastarife Du meiden solltest
  7. Den Verbrauch richtig angeben
  8. Wie Du die besten Gasanbieter erkennst
  9. Ökogas und Biogas: lohnt der Aufpreis?
  10. Wie oft solltest Du Gastarife vergleichen?
  11. Kurz zusammengefasst: Tarif wählen, wechseln und sparen
  12. Häufige Fragen zum Gastarif

Der erste Platz in einer Ergebnisliste ist nicht automatisch der günstigste Tarif. Wer nur auf die ausgewiesene Ersparnis schaut, landet oft bei einem Tarif, der nach dem ersten Vertragsjahr deutlich teurer wird. Auf dieser Seite steht, welche Punkte tatsächlich über die Kosten entscheiden und wie Du Gastarife so vergleichen kannst, dass die Rechnung am Ende aufgeht.

Der Aufwand lohnt sich, und er dauert keine zehn Minuten. Zwischen der Grundversorgung und den besten Gastarifen im freien Markt liegen bei einem durchschnittlichen Verbrauch mehrere hundert Euro pro Jahr. Wer nie aktiv gewechselt hat, steckt bis heute in der Grundversorgung und zahlt diesen Abstand jeden Monat mit. Die Differenz entsteht nicht durch bessere Qualität des Gases, sondern allein durch den Vertrag, den Du unterschrieben hast.

Woraus sich ein Gastarif zusammensetzt

Jeder Gastarif besteht aus zwei Bestandteilen. Der Arbeitspreis wird pro verbrauchter Kilowattstunde berechnet und macht bei normalem Verbrauch den größten Teil der Rechnung aus. Der Grundpreis ist ein fester monatlicher Betrag unabhängig vom Verbrauch, meist zwischen 8 und 20 Euro.

Welcher der beiden Werte wichtiger ist, hängt an Deinem Verbrauch. Ein Beispiel: Bei 20.000 kWh im Jahr kostet ein Zehntel Cent mehr beim Arbeitspreis rund 20 Euro zusätzlich. Bei einer Wohnung mit 8.000 Kilowattstunden sind es nur 8 Euro. Dafür wiegt dort der Grundpreis schwerer: Fünf Euro mehr im Monat ergeben 60 im Jahr. Haushalte in kleinen Wohnungen achten deshalb besser auf den Grundpreis, Haushalte mit großem Verbrauch auf den Preis je kWh.

Genau deshalb gibt es keinen Tarif, der für alle Haushalte der günstigste ist. Wer Gastarife vergleichen möchte, muss den eigenen Verbrauch kennen. Alles andere ist geraten.

Steuern, Abgaben und Umlagen im Gaspreis

Nur ein Teil dessen, was Du je Kilowattstunde zahlst, geht an den Anbieter. Beim Gas entfällt rund die Hälfte des Preises auf Beschaffung und Vertrieb, der Rest verteilt sich auf Netzentgelte, Konzessionsabgabe, CO₂-Preis, Gasspeicherumlage und Mehrwertsteuer. Diese staatlichen Bestandteile sind gesetzlich festgelegt und bei jedem Anbieter gleich hoch.

Für den Vergleich heißt das zweierlei. Erstens kann kein Gasanbieter beim staatlichen Anteil günstiger sein, der Wettbewerb findet allein bei der Energie selbst statt. Zweitens erklärt genau diese Aufteilung, warum eine eingeschränkte Preisgarantie so wenig taugt: Sie deckt nur den kleineren Teil ab.

Steigen die Umlagen, geben die Anbieter das weiter, meist zum Jahreswechsel. Achte deshalb auf aktuelle Angaben pro Kilowattstunde, wenn Du günstige Angebote miteinander vergleichst. Ein Preis aus dem Vorjahr taugt nicht als Maßstab.

Die Preisgarantie: der wichtigste Punkt beim Vergleichen

Eine Preisgarantie schützt Dich vor einer Preiserhöhung während der Laufzeit. Entscheidend ist, was sie tatsächlich abdeckt. Die Anbieter verwenden dafür drei Varianten.

Art der Preisgarantie Was abgedeckt ist
eingeschränkte Preisgarantie nur der Energieanteil
erweiterte Preisgarantie Energieanteil plus Netzentgelte
Vollpreisgarantie alle Bestandteile außer Steuern und Abgaben

Die Verbraucherzentralen empfehlen Tarife, deren Preisgarantie neben den Beschaffungskosten auch die Netzentgelte abdeckt. Der Grund ist einfach: Der ausgeklammerte Anteil kann sehr groß sein. Beim Gas liegen bis zu 70 Prozent des Preises außerhalb einer eingeschränkten Preisgarantie. Ein solcher Schutz ist dann fast wertlos, weil eine Preiserhöhung trotzdem möglich bleibt.

Achte im Kleingedruckten darauf, welche Bestandteile genannt werden. Steht dort nur „Beschaffungs- und Vertriebskosten“, ist die Absicherung schwach. Stehen dort ausdrücklich auch die Netzentgelte, ist der Tarif für Verbraucher deutlich verlässlicher. Ein Angebot ganz ohne Preisgarantie ist nur in einem Fall sinnvoll: wenn Du kurzfristig wechseln willst und ohnehin bald wieder vergleichen möchtest.

Bonus richtig bewerten und nicht nur aufs erste Jahr schauen

Viele Gasanbieter locken mit einem Neukundenbonus oder Sofortbonus. Die ausgewiesene Ersparnis geht dann oft ausschließlich auf diese Gutschrift zurück. Nach Ablauf der Aktion ist ein solcher Tarif in der Regel teurer als ein bonusfreies Angebot mit niedrigem Preis je kWh.

Rechne deshalb immer zweigleisig. Für das erste Vertragsjahr nimmst Du die Gesamtkosten inklusive Bonus, so wie die Liste sie anzeigt. Für den Zeitraum danach rechnest Du den Preis je kWh mal Verbrauch, plus Grundpreis mal zwölf, ohne jede Gutschrift.

Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich. Ein Angebot mit 300 Euro Bonus und einem eher hohen Arbeitspreis kostet bei 20.000 kWh zunächst rund 2.100, danach aber 2.400 Euro. Ein bonusfreier Tarif mit niedrigem Arbeitspreis liegt beide Male bei etwa 2.150 und spart über den ganzen Zeitraum. Über 24 Monate gerechnet ist die zweite Variante die günstigere.

Wer trotzdem einen Bonustarif wählen möchte, sollte sich darauf einstellen, danach erneut den Gasanbieter zu wechseln. Das ist legitim und spart Geld, verlangt aber Disziplin beim Kündigungstermin. Prüfe außerdem genau, wann die Gutschrift fällig wird. Manche Anbieter zahlen erst nach 15 Monaten aus, und wer vorher kündigt, geht leer aus.

Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist

Für die meisten Haushalte ist eine erste Vertragslaufzeit zwischen zwölf und 24 Monaten sinnvoll. Kurz laufende Verträge geben Dir die Freiheit, jedes Jahr neu zu vergleichen und den Anbieter zu wechseln. Lange Bindungen sichern den Preis ab, nehmen Dir aber die Beweglichkeit, wenn die Gaspreise am Markt fallen.

Wichtiger als die Vertragslaufzeit selbst ist die Kündigungsfrist. Sie sollte höchstens einen Monat zum Ende der Laufzeit betragen. Verpasst Du diesen Termin, verlängert sich der Vertrag automatisch, meist um ein Jahr und zu den Konditionen für Bestandskunden. Genau an dieser Stelle verlieren die meisten Haushalte ihre Ersparnis wieder. Eine kurze Kündigungsfrist ist deshalb kein Nebenaspekt, sondern ein Auswahlkriterium.

Die Kündigung des alten Vertrags musst Du übrigens nicht selbst übernehmen. Beim regulären Wechsel erledigt das der neue Anbieter. Nur beim Umzug oder bei einer Sonderkündigung wegen einer Preiserhöhung solltest Du selbst kündigen und die Bestätigung aufbewahren.

Welche Gastarife Du meiden solltest

Drei Merkmale sind für private Kunden fast immer nachteilig, egal wie günstig der ausgewiesene Preis wirkt.

Vorkasse und Kaution binden Dein Geld beim Anbieter. Geht das Unternehmen insolvent, ist die Summe im schlimmsten Fall verloren. Die Verbraucherzentralen raten grundsätzlich davon ab, solche Tarife zu wählen.

Paketpreise verkaufen Dir eine feste Gasmenge im Voraus, etwa 15.000 Kilowattstunden. Verbrauchst Du weniger, verfällt der Rest. Verbrauchst Du mehr, wird die Zusatzmenge teuer nachberechnet. Da der Verbrauch stark vom Wetter abhängt, geht diese Wette selten auf.

Tarife mit sehr langer Erstlaufzeit und gleichzeitig schwacher Preisgarantie kombinieren die Nachteile beider Welten: Du bist gebunden, aber nicht geschützt. Wer so etwas in der Liste sieht, sollte weiterscrollen.

Den Verbrauch richtig angeben

Der beste Vergleich nützt nichts, wenn die eingegebene Menge nicht stimmt. Nimm den Gasverbrauch von der letzten Jahresabrechnung, nicht eine Schätzung aus dem Kopf. Er steht dort direkt neben dem Abrechnungszeitraum.

Wohnsituation typischer Jahresverbrauch
Wohnung, 60 m² rund 9.500 kWh
Wohnung, 80 m² rund 11.000 kWh
Reihenhaus, 120 m² rund 19.000 kWh
Einfamilienhaus, 150 m² rund 24.000 kWh

Ohne Abrechnung kannst Du mit rund 160 kWh je Quadratmeter Wohnfläche rechnen. Wer den jährlichen Gasverbrauch zu niedrig ansetzt, bekommt Gastarife angezeigt, die bei realem Verbrauch gar nicht mehr zu den günstigsten gehören. Wer zu hoch schätzt, gibt dem Anbieter über zu hohe Abschläge ein zinsloses Darlehen.

Wie Du die besten Gasanbieter erkennst

Neben dem Preis lohnt ein Blick auf die Qualität des Anbieters. Achte darauf, wie lange das Unternehmen am Markt ist und ob es einen erreichbaren Kundenservice bietet. Bewertungsportale und die Tests der Stiftung Warentest geben Hinweise, wie zuverlässig die Abrechnung läuft.

Ein Warnsignal sind Gasanbieter, die ausschließlich über sehr hohe Boni auffallen und im laufenden Betrieb weit über dem Marktdurchschnitt liegen. Ein anderes sind Unternehmen ohne feste Rufnummer im Impressum. Ein günstiger Tarif nützt wenig, wenn die Jahresabrechnung erst nach vielen Wochen kommt.

Umgekehrt ist ein großer Name keine Garantie für ein gutes Angebot. Die Grundversorgung ist fast überall die teuerste Möglichkeit, und auch bekannte Marken führen Gastarife deutlich über dem Niveau der besten Anbieter. Entscheidend ist der Vertrag, nicht das Logo.

Ökogas und Biogas: lohnt der Aufpreis?

Ökogas gibt es in zwei Varianten. Bei Biogas wird dem Erdgas ein Anteil aus erneuerbaren Quellen beigemischt, meist zwischen 5 und 20 Prozent. Bei klimaneutraler Energie bleibt das Gas konventionell, der CO₂-Ausstoß wird über Klimaschutzprojekte kompensiert.

Der Aufpreis liegt bei den meisten Anbietern unter einem halben Cent je kWh. Für 20.000 kWh im Jahr sind das weniger als 100 Euro. Wer Wert auf den ökologischen Effekt legt, sollte unabhängige Zertifikate prüfen und im Datenblatt nachsehen, wie hoch der Biogasanteil tatsächlich ausfällt. Bei diesem Anteil unterscheiden sich die Tarife stärker als bei den Kosten: Manche Angebote enthalten fünf Prozent Biogas, andere zwanzig, und beide werben mit demselben Etikett. Wer Biogas ernst meint, sollte den Anteil deshalb vor dem Abschluss nachlesen und nicht dem Werbenamen des Tarifs vertrauen.

Wie oft solltest Du Gastarife vergleichen?

Einmal im Jahr. Neue Tarife sind systematisch günstiger als die Konditionen für Bestandskunden, weil Gasanbieter über den Preis neue Kunden gewinnen. Wer nach Ablauf der Preisgarantie im alten Tarif bleibt, zahlt spürbar mehr als jemand, der neu abschließt und dadurch jedes Jahr aufs Neue sparen kann.

Setz Dir eine Erinnerung zwei Monate vor Ende der Laufzeit. Dann bleibt genug Zeit, die Gastarife der Anbieter in Ruhe zu vergleichen und rechtzeitig zu wechseln. Wer zusätzlich den Gasverbrauch senkt, spart doppelt: Ein Grad weniger Raumtemperatur bringt rund sechs Prozent weniger Energie. Und wer den Strom im selben Aufwasch vergleicht, spart an zwei Stellen. Beide Verträge zusammen bei einem Anbieter zu bündeln, bringt dagegen selten einen Vorteil.

Kurz zusammengefasst: Tarif wählen, wechseln und sparen

Gib Postleitzahl und Jahresverbrauch in den Rechner ein und lass Dir alle Gasanbieter anzeigen, die in Dein Netzgebiet liefern. Sortiere im Vergleichsportal nach den Gesamtkosten pro Jahr und prüfe bei den ersten Treffern die Preisgarantie, die Vertragslaufzeit und die Bonusregel. Was danach übrig bleibt, ist Dein Tarif.

Ein Vergleichsportal wie dieses zeigt Dir günstige Gasanbieter direkt für Deine Adresse, kostenlos und ohne Anmeldung. Anders als beim Anruf beim Energieversorger siehst Du im Vergleichsportal alle Angebote nebeneinander und kannst sofort sparen. Nutze dafür Deinen jährlichen Gasverbrauch aus der letzten Abrechnung. Der Wechsel des Gasanbieters selbst ist einfach und kostet nichts. Eine Versorgungslücke ist ausgeschlossen: Fällt ein Anbieter aus, springt die Grundversorgung automatisch wieder ein. Diese Sicherheit ist gesetzlich garantiert.

Häufige Fragen zum Gastarif

Wie finde ich den günstigsten Gastarif?

Über Postleitzahl und Jahresverbrauch. Der Vergleich zeigt alle Anbieter, die in Dein Netzgebiet liefern. Sortiere nach Gesamtkosten, prüfe dann Preisgarantie, Laufzeit und Bonusregel. Den ausgewählten Tarif kannst Du direkt online abschließen. Der erste Platz der Liste ist nur dann wirklich der beste Tarif, wenn diese drei Punkte stimmen.

Was ist ein guter Gaspreis?

Alles unter 10 Cent je kWh brutto ist derzeit ein gutes Ergebnis, sofern eine Preisgarantie über mindestens zwölf Monate dabei ist. Zwischen 10 und 11,5 liegst Du im Marktdurchschnitt. Wer deutlich darüber zahlt, sollte den Gasanbieter wechseln.

Lohnt sich ein Tarif mit Preisgarantie?

Ja, wenn die Preisgarantie mehr als nur den Energieanteil abdeckt. Eine eingeschränkte Variante schützt oft nur einen kleinen Teil des Gaspreises und ist damit kaum etwas wert. Erweiterte Garantien mit Netzentgelten sind die bessere Wahl.

Soll ich einen Tarif mit Bonus wählen?

Nur wenn Du bereit bist, nach Ablauf der Aktion erneut zu wechseln. Sonst zahlst Du danach drauf. Ein bonusfreies Angebot mit niedrigem Arbeitspreis ist für alle, die Ruhe wollen, die bessere Wahl.

Was passiert bei einer Preiserhöhung?

Dann hast Du ein Sonderkündigungsrecht und kannst unabhängig von der Vertragslaufzeit kündigen. Das gilt auch, wenn nur der Grundpreis steigt. Reagiere zügig, denn die Kündigungsfrist hängt am Zeitpunkt, zu dem die Erhöhung wirksam wird.

Kann ich als Mieter den Gasanbieter frei wählen?

Ja, sofern Du einen eigenen Gaszähler hast und den Vertrag selbst abgeschlossen hast. Bei einer zentralen Heizungsanlage rechnet der Vermieter über die Nebenkosten ab. Dann entscheidet er über den Gastarif, nicht Du.

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