Gasvergleichsportal: wie es funktioniert und worauf Du achten solltest
Inhalt dieser Seite
- So funktioniert ein Gasvergleich
- Wie ein Vergleichsportal Geld verdient
- Diese Filter solltest Du setzen
- Woran Du ein seriöses Angebot erkennst
- Was in der Ergebnisliste steht
- Der Wechsel über den Gasvergleich
- Verbrauch richtig angeben
- Woraus sich die Gaspreise zusammensetzen
- Ökogas im Gasvergleich
- Wie viel Du beim Vergleichen sparen kannst
- Vergleichsportal oder direkt beim Gasanbieter?
- Häufige Fragen zum Gasvergleich
Ein Vergleichsportal für Gas nimmt Dir eine Arbeit ab, die von Hand kaum zu leisten wäre: Es fragt die Gaspreise aller Anbieter ab, die in Dein Netzgebiet liefern, rechnet sie auf Deinen Verbrauch um und sortiert die Tarife nach den Kosten im Jahr. Aus mehreren hundert Angeboten wird so eine Liste, die Du in zwei Minuten überblickst.
Wie diese Liste zustande kommt, ist allerdings kein Naturgesetz. Wer versteht, wie ein solches Portal verdient und welche Filter im Hintergrund gesetzt sind, findet nicht nur den billigsten, sondern den besten Gastarif.
So funktioniert ein Gasvergleich
Du gibst zwei Angaben ein: Postleitzahl und jährlichen Gasverbrauch in Kilowattstunden. Die Postleitzahl bestimmt das Netzgebiet und damit, welche Anbieter überhaupt liefern und welche Netzentgelte anfallen. Ohne diese Angabe geht es nicht, denn ein Gasvergleich ist immer regional. Der Gasverbrauch entscheidet, wie stark Arbeitspreis und Grundpreis ins Gewicht fallen.
Aus beidem rechnet der Gasvergleich für jeden Gastarif die Gesamtkosten im ersten Jahr aus: Arbeitspreis mal Verbrauch, plus zwölf Monate Grundpreis, minus Boni. Diese Zahl steht in der Ergebnisliste, und danach wird sortiert.
Genau hier liegt die erste Stolperfalle. Boni gelten nur im ersten Jahr, der Preis dagegen dauerhaft. Gastarife mit hohem Sofortbonus und hohem Arbeitspreis rutschen dadurch nach oben, obwohl sie über 24 Monate teurer sind als bonusfreie Angebote. Sortiere die Ergebnisliste deshalb einmal ohne Bonus, dann siehst Du die dauerhaft günstigsten Gasanbieter.
Wie ein Vergleichsportal Geld verdient
Für Dich ist der Vergleich kostenlos. Bezahlt wird das Portal vom Gasanbieter: Für jeden Vertrag, der über den Vergleich zustande kommt, fließt eine Provision. Das ist kein Geheimnis und auch nicht verwerflich, es hat aber zwei Folgen, die Du kennen solltest.
Erstens erscheinen Anbieter ohne Provisionsvereinbarung oft gar nicht in der Liste oder nur ohne die Möglichkeit, direkt zu wechseln. Zweitens sind die Voreinstellungen meist auf eine hohe Ersparnis im ersten Jahr optimiert, weil das die Abschlussquote steigert.
Der Vergleichsrechner auf dieser Seite stammt von CHECK24, und auch wir verdienen an einer Provision. Deshalb steht hier, wie Du die Ergebnisse einordnest, statt einfach die erste Zeile zu empfehlen.
Diese Filter solltest Du setzen
Vor dem Gasvergleich lohnen fünf Einstellungen. Sie kosten eine Minute und verändern das Ergebnis erheblich:
- Vertragslaufzeit auf höchstens zwölf Monate begrenzen
- Preisgarantie auf mindestens zwölf Monate stellen
- Tarife mit Vorkasse und Kaution ausschließen
- Pakettarife ausschließen
- Verbrauch aus der letzten Jahresabrechnung eintragen statt schätzen
Danach stehen oben nicht mehr die billigsten Gastarife, sondern die belastbaren. Die Liste zeigt dann Tarife, bei denen der Preis auch im zwölften Monat noch gilt. Der Unterschied beträgt selten mehr als 30 bis 50 Euro, dafür bleibt der Preis über die Laufzeit stabil und Du kommst nach zwölf Monaten wieder heraus.
Achte bei den Tarifen zusätzlich auf den Abschlag. Manche Anbieter setzen ihn bewusst niedrig an, was die Monatsrate schön aussehen lässt und am Jahresende eine Nachzahlung bringt. Ein realistischer Abschlag liegt bei den Gesamtkosten geteilt durch zwölf. Prüfe den Abschlag anhand Deines tatsächlichen Verbrauchs im Vorjahr, sonst zahlst Du im Monat zu wenig und am Jahresende zu viel.
Woran Du ein seriöses Angebot erkennst
Die Sicherheit eines Gastarifs hängt weniger am Portal als an den Konditionen. Diese Punkte sprechen für ein solides Angebot:
| Merkmal | Warum es zählt |
|---|---|
| Preisgarantie inklusive Netzentgelte | schützt gegen die häufigste Preiserhöhung |
| Laufzeit maximal zwölf Monate | Du bleibst beweglich |
| Kündigungsfrist maximal ein Monat | der Termin ist leichter zu halten |
| keine Vorkasse, keine Kaution | Dein Geld bleibt bei Dir |
| Bonus binnen zwölf Monaten fällig | Du bekommst ihn auch wirklich |
Bekannte Namen unter den Gasanbietern sind eprimo, E WIE EINFACH, enercity und Yello. In der Ergebnisliste stehen sie neben Dutzenden kleinerer Gasanbieter. Ein bekannter Name ist aber keine Garantie für einen günstigen Preis, und ein unbekannter kein Warnsignal. Sollte ein Gasversorger tatsächlich ausfallen, springt automatisch die Grundversorgung ein. Diese Sicherheit ist gesetzlich garantiert, ohne Gas stehst Du nie da.
Was in der Ergebnisliste steht
Die Liste eines Vergleichsportals zeigt für jeden Gastarif dieselben Angaben, und jede davon hat ihre Tücke.
Der Gesamtpreis im ersten Jahr ist die Sortiergröße. Er enthält alle Boni und ist deshalb die optimistischste aller möglichen Zahlen. Der Arbeitspreis in Cent je kWh ist die eigentlich wichtige Größe, weil er dauerhaft gilt. Bei zwei Tarifen mit ähnlichem Gesamtpreis gewinnt der mit dem niedrigeren Arbeitspreis. Der Grundpreis pro Monat fällt unabhängig vom Verbrauch an und wiegt bei kleinen Wohnungen schwer. Bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung entscheidet der Grundpreis oft mehr als der Arbeitspreis. Die Preisgarantie steht meist klein daneben, mitsamt der Angabe, welche Bestandteile sie abdeckt. Eine Preisgarantie ohne Netzentgelte schützt bei Gas nur einen kleinen Teil der Kosten.
Klick bei den drei günstigsten Treffern auf die Details. Klicke dafür auf den Tarifnamen. Dort stehen Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist, Bonusregel und die Frage, ob es sich um einen Ökogastarif mit Biogasanteil handelt. Eine kurze Kündigungsfrist ist dabei genauso wichtig wie der Preis. Wer nur die Sortierung liest, kauft die Zusammenfassung statt des Vertrags. Zwei Minuten in den Details ersparen ein Jahr Ärger mit dem neuen Gasanbieter.
Der Wechsel über den Gasvergleich
Hast Du im Gasvergleich einen Tarif ausgewählt, füllst Du ein Formular aus: Name, Adresse, Zählernummer, bisheriger Anbieter und die gewünschte Zahlungsweise. Danach passiert alles ohne Dich.
Dein künftiger Versorger kündigt beim bisherigen Gasanbieter fristgerecht und meldet die Belieferung beim Netzbetreiber an. Nach zwei bis sechs Wochen beginnt die Lieferung, Du liest einmal den Zählerstand ab. Die Schlussrechnung des alten Versorgers kommt einige Wochen später.
Physikalisch ändert sich nichts. Das Gas kommt weiter durch dieselbe Leitung, abgelesen wird derselbe Zähler, und für Störungen bleibt derselbe Netzbetreiber zuständig. Es wechselt nur, wer Dir das Gas verkauft und abrechnet. Deshalb kannst Du den Gasanbieter regelmäßig wechseln, ohne etwas zu riskieren.
Verbrauch richtig angeben
Der Gasverbrauch ist die zweite Stellschraube im Gasvergleich, und sie wird häufig falsch bedient. Nimm den Wert von der letzten Jahresabrechnung. Wer den Verbrauch zu niedrig ansetzt, bekommt Tarife angezeigt, die bei realem Verbrauch nicht mehr zu den günstigsten gehören. Wer zu hoch ansetzt, zahlt überhöhte Abschläge.
| Wohnsituation | typischer Jahresverbrauch |
|---|---|
| Wohnung, 60 m² | rund 9.500 kWh |
| Wohnung, 80 m² | rund 11.000 kWh |
| Reihenhaus, 120 m² | rund 19.000 kWh |
| Einfamilienhaus, 150 m² | rund 24.000 kWh |
Diese Werte für den Gasverbrauch sind nur ein Anhaltspunkt. Der tatsächliche Verbrauch hängt an Dämmung, Baujahr und Heizverhalten und schwankt von Jahr zu Jahr mit dem Wetter. Für den Gasvergleich reicht der Vorjahreswert, solange sich an der Wohnsituation nichts geändert hat.
Woraus sich die Gaspreise zusammensetzen
Nur etwa die Hälfte dessen, was Du je Kilowattstunde zahlst, geht an den Gasanbieter. Der Rest verteilt sich auf Netzentgelte, Konzessionsabgabe, CO₂-Preis, Gasspeicherumlage und Mehrwertsteuer. Diese staatlich und regional festgelegten Anteile sind bei allen Gasanbietern im selben Netzgebiet identisch.
Für den Gasvergleich folgt daraus zweierlei. Erstens kann kein Anbieter beim staatlichen Anteil günstiger sein, der Wettbewerb findet allein beim Energieanteil statt. Zweitens erklärt die Aufteilung, warum eine eingeschränkte Preisgarantie so wenig taugt: Sie deckt nur den kleineren Teil ab. Achte deshalb auf Angebote, deren Preisgarantie die Netzentgelte einschließt.
Die Preise ändern sich außerdem regelmäßig, meist zum Jahreswechsel. Ein Preis aus dem Vorjahr taugt nicht als Maßstab, weshalb ein Gasvergleich nur mit aktuellen Daten sinnvoll ist.
Ökogas im Gasvergleich
Fast alle Portale empfehlen einen Filter für Ökogas und zeigen die entsprechenden Tarife gesondert an. Dahinter stehen zwei verschiedene Produkte. Bei Biogas wird dem Erdgas ein Anteil aus erneuerbaren Quellen beigemischt, meist zwischen 5 und 20 Prozent. Bei klimaneutralem Gas bleibt das Gas konventionell, der CO₂-Ausstoß wird über Klimaschutzprojekte ausgeglichen.
Der Aufpreis liegt bei den meisten Anbietern unter einem halben Cent je Kilowattstunde, bei 20.000 kWh also unter 100 Euro. Wer damit etwas bewirken will, sollte im Datenblatt nachsehen, welcher Biogasanteil dahintersteckt und ob ein unabhängiges Zertifikat vorliegt. Beim Anteil unterscheiden sich die Tarife stärker als beim Preis.
Wie viel Du beim Vergleichen sparen kannst
Sparen lässt sich nicht dank des Portals, sondern wegen des Abstands zwischen Grundversorgung und freiem Markt. Die Grundversorgung arbeitet mit den höchsten Preisen im Netzgebiet. Bei 20.000 kWh lassen sich häufig 500 bis 700 Euro pro Jahr sparen, bei einer Wohnung mit 9.500 kWh meist 240 bis 350 Euro. Das sind die aktuellen Abstände zur Grundversorgung.
Wichtig ist, das regelmäßig zu tun. Die Tarife für Neukunden sind systematisch günstiger als die Preise für Bestandskunden, weil Gasanbieter über den Preis werben. Wer einmal wechselt und dann jahrelang nichts tut, hat den Vorsprung nach zwei Jahren wieder verloren und spart nichts mehr. Einmal jährlich vergleichen und bei Bedarf den Gasanbieter wechseln, das ist der ganze Trick. Wer die besten Gastarife dauerhaft haben und wirklich sparen will, muss den Termin im Blick behalten. Ein Gasvergleich pro Jahr genügt.
Vergleichsportal oder direkt beim Gasanbieter?
Beides hat seinen Platz. Der Gasvergleich zeigt Dir in einem Durchgang alle Gaspreise nebeneinander und übernimmt die Abwicklung. Beim Gasversorger selbst findest Du gelegentlich Tarife, die im Vergleich fehlen, etwa Angebote des örtlichen Grundversorgers für Bestandskunden. Solche Tarife sind selten die besten, aber der Blick kostet nichts.
Die sinnvolle Reihenfolge: erst vergleichen, dann bei den zwei oder drei günstigsten Gasanbietern kurz auf die eigene Seite schauen. Wenn dort nichts Günstigeres steht, schließt Du den neuen Vertrag direkt über den Vergleich ab und sparst sofort. Das ist einfach, dauert wenige Minuten und der Wechsel zum neuen Gasanbieter kostet nichts.
Häufige Fragen zum Gasvergleich
Ist der Gasvergleich kostenlos?
Ja, für Dich fallen keine Kosten an. Das Portal wird vom Anbieter über eine Provision bezahlt, wenn ein Vertrag zustande kommt. Die Preise sind dadurch nicht höher als beim direkten Abschluss beim Gasanbieter.
Zeigen Vergleichsportale wirklich alle Gasanbieter?
Nein. Gasanbieter ohne Provisionsvereinbarung fehlen häufig oder erscheinen nur zur Information. Ein zweiter Vergleich bei einem anderen Portal und ein Blick auf die Seite des örtlichen Grundversorgers schließen diese Lücke.
Welche Angaben brauche ich für den Gasvergleich?
Postleitzahl und Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Den Gasverbrauch findest Du auf der letzten Jahresabrechnung. Ohne Abrechnung kannst Du mit rund 160 kWh je Quadratmeter Wohnfläche rechnen.
Wer kümmert sich um die Kündigung beim alten Gasanbieter?
Der neue Anbieter. Er kündigt fristgerecht und meldet die Belieferung beim Netzbetreiber an. Selbst kündigen musst Du nur beim Umzug oder wenn Du wegen einer Preiserhöhung das Sonderkündigungsrecht nutzt.
Wie oft sollte ich Gaspreise vergleichen?
Einmal im Jahr, am besten zwei Monate vor Ende der Vertragslaufzeit. Dann bleibt genug Zeit, die aktuellen Gaspreise zu prüfen und rechtzeitig zu wechseln, bevor sich der alte Vertrag automatisch verlängert.