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Gasvergleich nach Stiftung Warentest: worauf es ankommt

Aktualisiert am 7 Min. Lesezeit
Illustration eines Klemmbretts mit Checkliste und Lupe als Symbol für die Prüfkriterien der Stiftung Warentest
Inhalt dieser Seite
  1. Was die Stiftung Warentest tatsächlich untersucht hat
  2. Die Kriterien von Warentest für gute Gastarife
  3. Warum der Bonus die Ergebnisse verzerrt
  4. Filter richtig setzen: so wird der Gasvergleich brauchbar
  5. Vergleichsportale im Vergleich: CHECK24 und Verivox
  6. Welche Gasanbieter gut abschneiden
  7. Der Wechsel Schritt für Schritt
  8. Transparenz: welcher Vergleich hier läuft
  9. Häufige Fragen zum Gasvergleich der Stiftung Warentest

Wer nach „Gasvergleich Stiftung Warentest“ sucht, erwartet meist eine Bestenliste der Gasanbieter. Die gibt es nicht. Geprüft werden keine einzelnen Gasanbieter, sondern die Vergleichsportale und die Frage, wie fair deren Ergebnisse zustande kommen. Herausgekommen ist etwas Nützlicheres als ein Testsieger: eine Liste von Kriterien, mit denen Du jeden Gastarif selbst bewerten kannst.

Diese Seite fasst die Kriterien zusammen, erklärt die Kritik an den Portalen und zeigt, welche Filter Du im Gasvergleich setzen solltest.

Was die Stiftung Warentest tatsächlich untersucht hat

Im Untersuchungsgegenstand liegt der entscheidende Unterschied. Geprüft wurden die Vergleichsportale für Strom und Gas: Welche Suchfilter bieten sie an, wie transparent stellen sie ihre Ergebnisse dar, und welche Anbieter tauchen überhaupt auf?

Das Ergebnis fiel gemischt aus. Die Portale sind keine neutralen Instanzen, sie verdienen an Provisionen. Wer keine Provisionsvereinbarung hat, erscheint in den Ergebnissen oft gar nicht oder nur ohne die Möglichkeit zum direkten Wechsel. Die Voreinstellungen sind zudem meist auf maximale Ersparnis im ersten Jahr optimiert, nicht auf einen sicheren Vertrag.

Daraus folgt keine Warnung vor dem Preisvergleich für Gas. Im Gegenteil, die Zeitschrift Finanztest der Stiftung Warentest empfiehlt den Gasvergleich ausdrücklich als Weg zu günstigen Tarifen und zum Sparen. Die Empfehlung lautet nur, die Filter selbst zu setzen, statt der Standardsortierung zu vertrauen.

Die Kriterien von Warentest für gute Gastarife

Veröffentlicht wurde eine Checkliste, an der sich jeder Tarif messen lässt. Sie ist erfreulich konkret und lässt sich auf jeden Gasvergleich anwenden.

Kriterium Empfehlung im Test
Vertragslaufzeit höchstens 12 Monate
Preisgarantie mindestens 12 Monate, besser über die gesamte Laufzeit
Kündigungsfrist höchstens 6 Wochen zum Laufzeitende
Vorkasse und Kaution keine
Pakettarife keine
Vertragsverlängerung höchstens um 12 Monate
Bonus im zweiten Jahr gegenrechnen

Der Sinn dahinter ist immer derselbe: Du sollst beweglich bleiben und trotzdem gegen eine Preiserhöhung abgesichert sein. Ein Vertrag über 24 Monate ohne belastbare Preisgarantie erfüllt beides nicht und ist selten ein günstiges Geschäft.

Besonders wichtig ist dabei die Preisgarantie. Sie sollte über den Energieanteil hinaus auch die Netzentgelte abdecken, damit der Arbeitspreis wirklich stabil bleibt. Bei Gas liegen bis zu 70 Prozent des Preises außerhalb einer eingeschränkten Garantie, die entsprechend wenig wert ist.

Warum der Bonus die Ergebnisse verzerrt

Der zweite große Kritikpunkt betrifft den Neukundenbonus, den fast alle günstigen Gastarife enthalten. Die Portale rechnen ihn standardmäßig in die Ersparnis des ersten Jahres ein. Tarife mit hohem Bonus und hohem Preis pro Kilowattstunde landen dadurch vor dauerhaft günstigen Angeboten. Für Kunden, die nicht jedes Jahr wechseln wollen, ist das die falsche Reihenfolge.

Rechne deshalb zweigleisig. Für das erste Jahr gilt der angezeigte Betrag inklusive Bonus. Für die Zeit danach rechnest Du den Preis je kWh mal Deinen jährlichen Verbrauch, plus zwölf Monate Grundpreis, ohne den Neukundenbonus. Erst dieser zweite Wert zeigt, welche Tarife wirklich günstig sind.

Prüfe außerdem, wann der Neukundenbonus ausgezahlt wird. Üblich sind zwölf Monate, manche Anbieter zahlen erst nach 15 Monaten. Wer vorher wechselt, geht leer aus. Angebote mit sehr spät fälligem Bonus solltest Du deshalb meiden.

Filter richtig setzen: so wird der Gasvergleich brauchbar

Die Standardeinstellung eines Vergleichsrechners ist nicht die empfohlene. Diese Einstellungen solltest Du vor dem Vergleich anpassen:

  • Vertragslaufzeit auf höchstens zwölf Monate begrenzen
  • Preisgarantie auf mindestens zwölf Monate stellen
  • Tarife mit Vorkasse und Kaution ausschließen
  • Pakettarife ausschließen
  • den jährlichen Verbrauch aus der letzten Abrechnung eintragen, nicht schätzen

Danach sieht die Liste anders aus. Die verbleibenden Tarife sind selten die allerbilligsten, aber sie halten, was sie versprechen. Genau das ist der Punkt: Ein Vergleich ist nur so gut wie die Voreinstellungen, mit denen er läuft.

Wichtig ist auch der Verbrauchswert. Wer zu niedrig schätzt, bekommt Angebote angezeigt, die bei realem Verbrauch nicht mehr die günstigsten sind. Nimm den Wert von der letzten Jahresabrechnung, angegeben in Kilowattstunden.

Vergleichsportale im Vergleich: CHECK24 und Verivox

Die großen Vergleichsportale für Strom und Gas heißen CHECK24 und Verivox. Beide arbeiten nach demselben Prinzip: Du gibst Postleitzahl und jährlichen Verbrauch ein, das Portal zeigt die Tarife aller Gasanbieter, die in Dein Netzgebiet liefern, und wickelt den Wechsel für Dich ab. Verdient wird an der Provision, die der Gasversorger für jeden neuen Kunden zahlt.

Die Unterschiede liegen im Detail. CHECK24 zeigt mehr Filter und eine eigene Tarifbewertung, Verivox stellt die Konditionen kompakter dar und hebt den Preis pro kWh stärker hervor. Bei Verivox wie bei CHECK24 findest Du praktisch dieselben Gasanbieter. Beide blenden Gasanbieter ohne Provisionsvereinbarung aus, weshalb ein Blick auf die Seite des örtlichen Grundversorgers die Runde sinnvoll ergänzt.

Für Kunden heißt das: Ein Portal genügt für die Vorauswahl, zwei geben Sicherheit. Wer bei CHECK24 und bei Verivox dieselben günstigen Tarife oben sieht, liegt richtig und kann den Wechsel anstoßen. Kunden, denen das zu aufwendig ist, halten sich einfach an die Checkliste.

Welche Gasanbieter gut abschneiden

Eine offizielle Bestenliste der Versorger gibt es nicht. In Auswertungen und Kundenbefragungen tauchen aber regelmäßig dieselben Namen auf, darunter 123energie, eprimo und badenova. Solche Ergebnisse sind ein Anhaltspunkt, kein Ersatz für den eigenen Preisvergleich.

Der Grund ist einfach: Gaspreise sind regional. Welcher Anbieter bei Dir liefert und zu welchem Preis, hängt am Netzgebiet und damit an Deiner Postleitzahl. Ein Versorger, der in Hamburg den besten Preis macht, kann in München gar nicht liefern. Ein bundesweites Ranking wäre deshalb wenig wert.

Achte stattdessen auf Sicherheit und Service: wie lange das Unternehmen am Markt ist, ob es einen erreichbaren Kundenservice gibt und wie schnell die Jahresabrechnung kommt. Kunden mit einem hohen Verbrauch sollten zusätzlich auf die Abschlagsregeln achten. Fällt ein Gasversorger doch einmal aus, springt automatisch der örtliche Grundversorger ein. Diese Sicherheit ist gesetzlich garantiert, eine Versorgungslücke kann es beim Wechsel nicht geben.

Der Wechsel Schritt für Schritt

Beim Wechsel des Gasanbieters sind sich Prüfer und Praxis einig. Du wählst einen Gastarif aus, der neue Gasversorger kündigt beim alten und meldet die Belieferung beim Netzbetreiber an. Mehr ist für den Wechsel nicht nötig. Nach zwei bis sechs Wochen beginnt die Lieferung, Du liest einmal den Zählerstand ab und meldest ihn. Der Wechsel selbst kostet nichts.

Drei Punkte sind dabei wichtig. Erstens: Kündige nicht selbst, außer bei einem Umzug oder bei einer Preiserhöhung mit Sonderkündigungsrecht. Beim regulären Wechsel übernimmt das der neue Anbieter, und zwar unter Beachtung der Kündigungsfrist. Zweitens: Setz Dir eine Erinnerung zwei Monate vor Ende der Laufzeit, sonst verlängert sich der alte Vertrag automatisch zum höheren Preis für Bestandskunden. Drittens: Vergleiche einmal jährlich, denn neue Kunden zahlen systematisch weniger als Bestandskunden.

Wer diese Punkte beachtet, kann bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 kWh mehrere hundert Euro gegenüber der Grundversorgung sparen, ohne ein Risiko einzugehen.

Transparenz: welcher Vergleich hier läuft

Der Vergleichsrechner auf gas-vergleich.org stammt von CHECK24, einem der Vergleichsportale aus der Untersuchung. Angezeigt werden also die Ergebnisse von CHECK24, mit allen Filtern, die dort zur Verfügung stehen. Wir verdienen an einer Provision, wenn ein Vertrag zustande kommt. Genau deshalb steht die Checkliste der Tester auf dieser Seite: Du sollst die Filter selbst setzen und die Ergebnisse einordnen können, statt der ersten Zeile zu vertrauen.

Ein zweiter Vergleich bei einem anderen Portal kostet fünf Minuten und ist eine sinnvolle Gegenprobe. Auch das steht in der Untersuchung.

Häufige Fragen zum Gasvergleich der Stiftung Warentest

Hat die Stiftung Warentest Gasanbieter getestet?

Nicht als einzelne Versorger. Untersucht wurden die Vergleichsportale für Strom und Gas sowie deren Filter und Darstellung. Für einzelne Tarife gibt es Kriterien, aber keine Rangliste der Gasanbieter.

Welche Vertragslaufzeit empfiehlt Warentest?

Höchstens zwölf Monate, bei einer Kündigungsfrist von maximal sechs Wochen und einer Verlängerung um nicht mehr als zwölf Monate. So bleibst Du beweglich und kannst jedes Jahr neu vergleichen.

Sind Vergleichsportale neutral?

Nein, und sie geben das auch an. Portale finanzieren sich über Provisionen der Gasversorger, weshalb einzelne Anbieter fehlen können. Deshalb lautet die Empfehlung, die Suchfilter selbst zu setzen und die Ergebnisse mit einem zweiten Portal abzugleichen.

Wie viel kann ich beim Gasvergleich sparen?

Bei 20.000 kWh liegen zwischen Grundversorgung und den besten Gastarifen häufig 500 bis 700 Euro pro Jahr. Bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung mit rund 9.500 kWh sind es meist 240 bis 350 Euro.

Worauf sollte ich bei der Preisgarantie achten?

Auf ihren Umfang. Eine eingeschränkte Preisgarantie deckt nur den Energieanteil ab und schützt damit kaum. Gute Gastarife sichern zusätzlich die Netzentgelte ab, ausgenommen bleiben nur Steuern und staatliche Abgaben.

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