Stadtwerke oder alternativer Gasanbieter: was ist günstiger?
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Stadtwerke gelten als solide Wahl: bekannt, vor Ort erreichbar, seit Jahrzehnten am Netz. Bei den Preisen sind sie es selten. Überregionale Gasanbieter liegen im Vergleich fast überall darunter, und zwar aus strukturellen Gründen, nicht aus Zufall.
Diese Seite zeigt, woher der Preisunterschied kommt, welche Vorteile regionale Gasanbieter dafür an anderer Stelle bieten und wann Verbraucher wirklich wechseln sollten.
Warum Stadtwerke beim Gaspreis teurer sind
Die meisten kommunalen Versorger fördern kein eigenes Erdgas. Sie beziehen es von den großen Handelshäusern und geben es weiter, was eine zusätzliche Stufe in der Kette bedeutet. Dazu kommen Filialen, Kundenzentren und ein breiteres Aufgabenspektrum, denn viele dieser Unternehmen betreiben auch Bäder, Busse und Netze.
Bundesweite Gasanbieter kalkulieren schlanker. Sie arbeiten ohne Ladengeschäft, beschaffen in größeren Mengen und wickeln alles digital ab. Der Unterschied landet direkt im Arbeitspreis, also in dem Betrag, den Du je kWh Gas zahlst.
Ein zweiter Grund ist die Rolle als Grundversorger. Wer in einem Netzgebiet die meisten Haushalte beliefert, muss jeden aufnehmen, der sich meldet. Diese Pflicht kostet Geld und schlägt sich im Basistarif nieder, dem teuersten Angebot am Markt. Ein hoher Gaspreis ist hier also eingebaut.
Der Preisunterschied in Zahlen
Zwischen dem Grundversorgungstarif und den günstigen Gastarifen alternativer Gasanbieter liegen je nach Netzgebiet zwei bis vier Cent je Kilowattstunde.
| Jahresverbrauch | Grundversorgung | günstiger Gastarif | Differenz |
|---|---|---|---|
| 9.500 kWh | rund 1.290 Euro | rund 1.000 Euro | rund 290 Euro |
| 19.000 kWh | rund 2.580 Euro | rund 1.960 Euro | rund 620 Euro |
| 24.000 kWh | rund 3.260 Euro | rund 2.460 Euro | rund 800 Euro |
Die Werte sind gerundete Anhaltspunkte, die genauen Gaspreise hängen an Deinem Netzgebiet. Ein hoher Verbrauch vergrößert den Abstand zusätzlich. Dort fallen die Netzentgelte unterschiedlich hoch aus, die in jedem Angebot für Gas stecken. Wichtig ist die Größenordnung: Es geht um mehrere hundert Euro, nicht um Centbeträge.
Fairerweise gehört dazu: Die kommunalen Anbieter führen daneben eigene Sondertarife mit Preisgarantie und fester Vertragslaufzeit. Die sind deutlich günstiger als der Basistarif und schließen einen Teil der Lücke. An die besten Angebote im freien Markt reichen sie meist trotzdem nicht heran.
Was für regionale Gasanbieter spricht
Der Preis ist nicht alles. Regionale Gasanbieter haben Argumente, die im Vergleichsrechner nicht auftauchen. Für viele Verbraucher wiegen sie schwerer als 50 Euro.
Der Kundenservice ist oft besser erreichbar, teilweise mit einem Büro in der Region, in dem Verbraucher persönlich vorbeigehen können. Bei Rückfragen zur Abrechnung oder beim Umzug ist das ein echter Vorteil. Zweitens bleibt das Geld in der Region und finanziert dort kommunale Aufgaben mit. Wer regional einkaufen will, hat hier einen Vorteil, den kein bundesweiter Anbieter bieten kann. Drittens führen viele kommunale Versorger nachhaltige Gastarife mit Biogasanteil aus Anlagen in der Nähe, was sich besser prüfen lässt als ein abstraktes Zertifikat. Wer nachhaltige Angebote sucht und lange dabeibleiben will, findet dort eher etwas.
Auch die Sicherheit spricht scheinbar für den örtlichen Anbieter, allerdings anders als viele Kunden denken. In dieser Rolle springen sie automatisch ein, falls Dein Gasanbieter ausfällt. Diesen Schutz genießt Du also ohnehin, unabhängig davon, bei wem Du Kunde bist. Ein Vorteil dieses Vertrags ist er nicht.
Wann sich der Wechsel lohnt
Prüfe zuerst, in welchem Tarif Du steckst. Steht auf der Rechnung ein Tarifname mit „Grundversorgung“ oder „Basis“, zahlst Du fast sicher zu viel. Dann lohnt der Vergleich der Gasanbieter immer.
Bist Du bereits in einem Sondertarif mit Preisgarantie, ist die Lage knapper. Rechne Deinen Preis je Kilowattstunde aus, indem Du die Kosten im Jahr durch den Verbrauch teilst, und stelle ihn den Gaspreisen im Vergleich gegenüber. Liegt der Abstand unter 100 Euro, kannst Du bleiben.
Diese Punkte solltest Du bei jedem Angebot prüfen, egal ob regional oder überregional:
- Preisgarantie über mindestens zwölf Monate, inklusive Netzentgelte
- Vertragslaufzeit von höchstens zwölf Monaten
- Kündigungsfrist von maximal einem Monat
- keine Vorkasse und keine Kaution
- Bonus im zweiten Jahr gegenrechnen, nicht nur im ersten
Vertragslaufzeiten von 24 Monaten kommen bei kommunalen Versorgern häufiger vor als bei bundesweiten Gasanbietern. Das ist nicht automatisch schlecht, solange die Preisgarantie genauso lange gilt.
So findest Du den passenden Gasanbieter
Der Vergleich läuft über die Postleitzahl. Er zeigt Dir alle Gasanbieter, die in Dein Netzgebiet liefern, den örtlichen Versorger eingeschlossen. Dessen Tarif steht meist am Ende der Liste und dient als Maßstab: Alles, was darüber liegt, kannst Du streichen.
Sortiere die Ergebnisse nach den Kosten im Jahr und prüfe bei den ersten Treffern jeden Tarif im Detail. Ein regionaler Anbieter, der bei den Preisen mithält, ist eine gute Wahl und spart Dir den Wechsel. Hält er nicht mit, entscheidest Du, was Dir der örtliche Bezug wert ist.
Wiederhole den Vergleich einmal jährlich, dann sparst Du dauerhaft. Neukundentarife sind systematisch günstiger als die Preise für Bestandskunden, und das gilt beim kommunalen Versorger genauso wie bei bundesweiten Anbietern. Wer nach Ablauf der Preisgarantie nichts tut, zahlt schnell wieder mehr.
Der Wechsel ändert nichts an der Versorgung
Wer den Gasanbieter wechselt, ändert nur, wer die Rechnung schreibt. Das Gas kommt weiter durch dieselbe Leitung, abgelesen wird derselbe Zähler, und für Störungen bleibt der örtliche Netzbetreiber zuständig. Der ist in vielen Städten eine Tochter der Stadtwerke und bleibt es auch nach dem Wechsel.
Den Rest erledigt der neue Gasanbieter: Er kündigt fristgerecht und meldet die Belieferung an. Nach zwei bis sechs Wochen beginnt die Lieferung, Verbraucher lesen dafür einmal den Zählerstand ab. Eine Versorgungslücke kann es nicht geben, dafür sorgt das Gesetz.
Häufige Fragen zu Stadtwerken und Gasanbietern
Sind Stadtwerke immer teurer als andere Gasanbieter?
Nicht immer, aber meistens. Am Markt gibt es Ausnahmen. Der Grundversorgungstarif ist praktisch überall das teuerste Angebot im Netzgebiet. Sondertarife sind günstiger und liegen gelegentlich auf dem Niveau bundesweiter Gasanbieter. Nur der Vergleich für Deine Postleitzahl zeigt es.
Ist Gas von den Stadtwerken sicherer?
Nein. Die Versorgungssicherheit hängt am Netz, nicht am Vertragspartner. Fällt ein Anbieter aus, übernimmt der örtliche Versorger automatisch. Dieser Schutz gilt für alle Kunden, unabhängig vom gewählten Gasanbieter.
Kann ich beim regionalen Anbieter bleiben und trotzdem sparen?
Ja, indem Du aus dem Basistarif in einen Sondertarif desselben Anbieters wechselst. Das ist der kleinste mögliche Schritt und spart oft schon 150 bis 250 Euro. Mehr holt in der Regel ein Wechsel zu einem bundesweiten Gasanbieter.
Was ist der Unterschied zwischen Stadtwerken und Grundversorger?
Das ist eine gesetzliche Rolle. Sie wird alle drei Jahre neu vergeben und geht an das Unternehmen mit den meisten Haushaltskunden im Netzgebiet. In den meisten Städten sind das die Stadtwerke, zwingend ist es aber nicht.
Bleibt mein Netzbetreiber nach dem Wechsel derselbe?
Ja. Der Netzbetreiber hängt allein an Deiner Adresse und lässt sich nicht wählen. Für ihn fallen dieselben Entgelte an wie zuvor, und er kümmert sich weiterhin um Leitungen, Zähler und Störungen, egal von welchem Gasanbieter Du Dein Erdgas beziehst.